GUTE ARBEIT & AUSBILDUNG

FÜR EINEN GESETZLICHEN MINDESTLOHN

Immer mehr Menschen gehen tagtäglich arbeiten, ohne am Ende des Monats damit über die Runden zu kommen. In den USA ist dieses Phänomen unter dem Begriff „Working Poor“ bekannt, Deutschland befindet sich auf direktem Weg dorthin. Arm trotz Arbeit gehört leider schon bald zum Alltag in Deutschland.

Wir Jusos sind der Meinung, dass dieser Zustand nicht hinnehmbar ist und fordern daher einen branchenübergreifenden gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro pro Stunde. Wer arbeitet, muss auch davon leben können! Ein branchenübergreifender gesetzlicher Mindestlohn ist ein unabdingbarer Grundsatz in einer sozialen und gerechten Gesellschaft.


VEREINBARKEIT VON FAMILIE UND BERUF

Jedem Menschen muss die Möglichkeit gegeben werden, sich für eine Familie zu entscheiden und dies ohne Nachteile mit seinem Beruf vereinen zu können. Das gilt gleichsam für Frauen wie für Männer.

Wir Jusos verlangen die Förderung des „Modells Familie“, in dem sich niemand zwischen Beruf und Familie entscheiden muss. Hierfür ist es wichtig, die qualifizierte Kinderbetreuung auszubauen und  flexiblere Arbeitszeiten für Eltern zu ermöglichen. Gerade Alleinerziehende müssen die Möglichkeit erhalten, ihr Familien- und Berufsleben unter einen Hut zu bringen.


MEHR DEMOKRATIE IN DER WIRTSCHAFT

Die Mitbestimmung, die Betriebsverfassung, die Tarifautonomie, auch als Flächentarif, der Kündigungsschutz und moderner (Jugend-)Arbeitsschutz sind für uns unverzichtbare Arbeitnehmerrechte. Die Arbeitnehmerrechte tragen ganz erheblich zur sozialen Balance in unserem Land bei. Sie sind gut für den wirtschaftlichen Erfolg und für den sozialen Frieden.

Wir sind für die Ausweitung dieser Rechte, damit Arbeitnehmer/innen und Arbeitgeber auf Augenhöhe im Dialog um die Zukunft des Unternehmens kooperieren. Denn nur zusammen kommt man im Leben, aber auch in der Wirtschaft, weiter! Deshalb setzen wir uns konsequent für starke Arbeitnehmerrechte ein!


GENERATION PRAKTIKUM BEENDEN

Gute Arbeit nach guter Ausbildung? Weit gefehlt! Vielmehr ist es traurige Realität in Deutschland, dass viele Studienabgängerinnen und Studienabgänger nach erfolgreichem Studienabschluss von einem Praktikum ins nächste stolpern – und das weder bezahlt, noch mit Aussicht auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Daher fordern wir Jusos die Einführung eines Gesetzes zur Regelung von Praktikumsverhältnissen. Darin sollte die Praktikumshöchstdauer ebenso festgelegt werden, wie eine Mindestvergütung. Eine anderweitige Praxis treibt junge Menschen in die Existenzangst, ist verantwortungslos und somit für uns Jusos nicht hinnehmbar.


MEHR QUALITÄT IN DER AUSBILDUNG

Berufsschulen haben eine schwere Aufgabe, da die meisten Klassen sich aus Schüler/innen mit unterschiedlichem Bildungsstand zusammensetzen. Aber auch die Berufsschulen sind im Bildungswesen am Ende des Horizontes und werden deshalb oft vernachlässigt. Es werden vermehrt Lehrer/innen ohne pädagogischen Abschluss eingestellt, da es hohen und vor allem fachbezogenen Bedarf an Berufsschullehrer/innen gibt.

Deswegen muss in Zukunft mehr Aufmerksamkeit auf die Berufsschule gelegt werden. Kleinere Klassen, aktuelle Materialien, individuelle Förderungs-möglichkeiten und kompetente Berufsschullehrer/innen müssen das Ziel einer guten betrieblichen Ausbildung sein.


ÜBERNAHNMESITUATION VERBESSERN

Die aktuelle Umfrage in der Ausbildung lässt uns erstarren - 3/4 der Azubis wissen nicht, ob sie übernommen oder in die Arbeitslosigkeit entlassen werden. Aber bei den Glücklichen mit Übernahme ist nicht mal geklärt, ob sie einen unbefristeten Vertrag erhalten oder in prekäre Beschäftigungsverhältnisse fallen werden. Wir stehen dieser Entwicklung kritisch entgegen und fordern weniger Möglichkeiten bei der befristeten Übernahme von Azubis. Denn man kann sich nur eine Zukunft aufbauen, wenn man für die Zukunft auch planen kann. Außerdem fordern wir Jusos, die Betriebszugehörigkeit ab dem ersten Tag der Ausbildung anzurechnen. Das derzeitige Gesetz zur Betriebszugehörigkeit verstößt gegen Europäisches Recht. Die Bundesregierung muss dieses Gesetz endlich auf Grundlage des Urteils des Europäischen Gerichtshofs abändern.


AUSBILDUNGSPLATZUMLAGE JETZT

Wir Jusos fordern die Einführung einer Ausbildungsplatzumlage. All diejenigen Unternehmen, die zwar ausbilden könnten, dies aus Kostengründen aber nicht machen, müssen Beiträge in einen Ausbildungsfonds zahlen. Die Gelder aus diesem Fonds kommen dann all denjenigen Betrieben zugute, die Geld in Ausbildung und damit in Fachkräfte für dieses Land investieren.

Arbeitgeber/innen haben nicht das Recht, sich einerseits über den drohenden Fachkräftemangel zu beklagen und gleichzeitig darauf zu verzichten, junge Menschen zu Fachkräften auszubilden. Wir Jusos fordern: Wer nicht ausbildet, wird umgelegt!

Flyer zum Thema Gute Arbeit

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